Kunststoff, Blech und Fantasie
Bedeutende Spielzeugrobotersammlung als Geschenk für das Deutsche Technikmuseum
Spielzeugroboter sind Projektionsflächen für Technikfantasien und Visionen übernatürlicher Kräfte. Die Lebewesen-Maschinen-Konstrukte geben Zeugnis von Wünschen, Träumen und Utopien zur Zeit ihrer Herstellung.
Prof. em. Dr. Jörg Jochen Berns, Berlin/Marburg, vermacht der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin seine Spielzeugroboter, die er seit 1970 vor allem in Europa und den USA erworben hat. Heute umfasst die Sammlung ca. 300 dieser Plastik- und Blechfiguren und ist damit eine der größten deutschen Sammlungen ihrer Art.
Die ältesten Exemplare stammen aus dem Jahr 1968, die jüngsten aus dem Jahr 2009. Die Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin freut sich über diese ungewöhnliche Bereicherung ihres Sammlungsbestandes, spiegelt sich doch der allgemeine technische Fortschritt der letzten vierzig Jahre en miniature in den kleinen Spielzeugen wider - die technizistische Aufmachung der Figuren orientiert sich an den jeweils aktuellen technischen Standards ihrer Zeit.
Kriterien der Sammlung
Exklusivität war kein ausschlaggebendes Kaufkriterium für Berns, der an der Phillips-Universität Marburg lehrte und zahlreiche historische Studien publizierte. Vielmehr interessierten ihn die Spielzeugfiguren, die Spuren des täglichen Gebrauchs aufwiesen.
Mit Vorliebe stöberte Berns deshalb auf Flohmärkten. Des Weiteren suchte er möglichst verschiedenartige Figuren, so dass zu der Sammlung auch Roboter aus Holz, Steingut oder Seife gehören.
Der ästhetische Reiz war ebenfalls Motiv für die Sammelleidenschaft. Das Aussehen der Roboter verspricht immer mehr, als die Objekte mit ihrer bescheidenen technischen Ausstattung einzulösen vermögen, obwohl viele mit Licht- und Geräuscheffekten arbeiten und manche sogar sprechen können.
Die Sammlung Berns’ wurde schon in der Ausstellung „Zukunftsräume. Bildwelten und Weltbilder der Science Fiction“ (Kassel, 1984) sowie in der Wanderausstellung „Die Roboter kommen“ (Berlin, 2007; Frankfurt a.M., 2007; Stuttgart, 2008; Amsterdam, 2009) gezeigt. Eine Präsentation im Deutschen Technikmuseum wird angestrebt.
