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Deutsches Technikmuseum Berlin - Medieninfo: Moderner Schmuck - Enträtselung seiner Herstellung

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Moderner Schmuck - Enträtselung seiner Herstellung

Auf drei Wegen:

1.) Aktionswochenende in der „Manufakturellen Schmuckproduktion“
12. und 13. Juni 2010, 10 – 18 Uhr

2.) Neue DVD mit einzigartigem Dokumentationsmaterial

3.) Intergenerative Wissenstradierung: Kooperation mit der Hochschule Pforzheim


Pressekonferenz: 11. Juni 2010, 10.30 Uhr
Interviewpartner zu allen Themen sind anwesend.
Akkreditierung: http://anmeldung.sdtb.de/3

Drei völlig unterschiedliche Angebote rund um das Thema „Moderner Schmuck – Enträtselung seiner Herstellung“ – wie passt das zusammen?
Es passt ideal: Dr. Gabriele Wohlauf, Sammlungsleiterin für Produktionstechniken im Deutschen Technikmuseum, zeigt mit dieser Kombination am Beispiel der manufakturellen Schmuckproduktion auf, wie die Kernaufgaben der Museumsarbeit, nämlich „Sammeln“, „Bewahren und Dokumentieren“, „Forschen“ sowie „Ausstellen und Vermitteln“, miteinander verwoben sind. Es wird deutlich, wie facettenreich, langwierig und zugleich zukunftsorientiert die Arbeit – auch im Hintergrund - sein kann, bis eine publikumswirksame Ausstellung und eine dazugehörige wissenschaftliche Aufbereitung präsentiert werden können.

1.) Aktionswochenende in der Dauerausstellung
     „Manufakturelle Schmuckproduktion“
     12. und 13. Juni 2010, 10 – 18 Uhr

Wie fertigen Männer und Frauen noch heute Schmuck in Serie? Welches Wissen und welche kunsthandwerkliche Geschicklichkeit sind bis heute erforderlich, damit nach vielen, oft unscheinbaren Arbeitsschritten aus einfachem Blech ein einzigartiges Schmuckstück wird?

Antworten auf diese Fragen geben an diesem Wochenende Schmuckschaffende aus Pforzheim, die die Vielfalt der in der Schmuckfertigung tätigen Berufe wie Goldschmied, Emaillierer, Zurichter, Graveur, Gießer, Guillocheur, Walzer, Kettenmacher und Präger repräsentieren.

Ihre Vorführungen an historischen fuß-, hand- und elektrisch betriebenen Maschinen – dem Fallhammer mit einem sieben Tonnen schweren Schwung zum Hohlprägen, der Guillochiermaschine zum Dekorieren von glatten Oberflächen mit geometrischen Mustern und der Schleudergussanlage zum Gießen von unterschiedlichen Schmuckteilen – zeigen alle wichtigen Arbeitsgänge von der Formgebung bis zum polierten, finierten Schmuckstück.
Das kunsthandwerkliche Geschick der Vorführenden macht so ein Ensemble von Maschinen und Werkzeugen, das in den vergangenen 20 Jahren zusammengetragen und vor dem Verschrotten bewahrt wurde, lebendig und enträtselt anschaulich die Anfertigung von Serienschmuck.

Alle anwesenden Expertinnen und Experten sind ehrenamtlich in der bundesweiten Arbeitsgruppe „Schmuck verbindet“ tätig, die sich der Erforschung, Bewahrung und Tradierung alter Verfahrenstechniken und aussterbender Berufe verschrieben hat.
Ihre Wirkungsstätte war und ist Pforzheim und Umgebung, wo die manufakturelle Schmuckproduktion vor 250 Jahren ihren Anfang nahm.

2.) Neue DVD mit einzigartigem Dokumentationsmaterial:
    „Industriekultur Schmuck. Zeugnisse der manufakturellen Schmuckproduktion in Pforzheim“


Für eine gute Museumsarbeit – hier im Bereich Produktionstechniken – ist es nicht ausreichend, nur Exponate zu sammeln. Das fachliche Know-how der Spezialistinnen und Spezialisten an Maschine und Gerät innerhalb der arbeitsteiligen Fertigung muss ebenfalls dokumentiert werden, um ein wichtiges Stück „Kulturgeschichte der Arbeit“ vor dem Vergessen zu bewahren. Dies gehört ebenfalls zur grundlegenden Museumsarbeit.
Das wertvolle Wissen der Profis bereichert jede Objektsammlung und bewahrt die Gegenstände davor, im Museum ein reiner „Exponatfriedhof“ zu werden.
Mit dem Medium Film ließ sich das umfangreiche Fach-, Berufs- und Erfahrungswissen der Schmuckherstellerinnen und –hersteller aus Pforzheim, das diese in einem lebenslangen Lern- und Praxisprozess erworben haben, besonders gut dokumentieren.
Mit der Oral-History-Methode, dem authentischen Erzählen von Erlebtem, konnte Wichtiges aus den aussterbenden Berufszweigen für die Nachwelt bewahrt werden.
Über zehn Jahre hat daher das Berliner Filmteam um Ernst Meyer/Smidak Film die Sammlungsleiterin begleitet und vor Ort die Arbeit von Frauen und Männern zum Beispiel beim Modellgoldschmieden, Sandgießen, Stahlgravieren, Hohlprägen, Zurichten, Emaillieren sowie die traditionsreiche Geschichte der manufakturellen Schmuckindustrie in und um Pforzheim dokumentiert.

Diese bundesweit einmalige Art der filmischen Dokumentation von Museumsarbeit steht jetzt auf einer DVD mit dem Titel „Industriekultur Schmuck. Zeugnisse der manufakturellen Schmuckproduktion in Pforzheim“ (Deutsch mit englischen Untertiteln, Verkaufspreis: 16.00 Euro, erhältlich im Museumsshop) zur Verfügung.

Die 41 Beiträge - insgesamt fünfeinhalb Stunden Filmmaterial - gruppieren sich um die Themenbereiche:

- Menschliches Erfahrungswissen und lebendige Tradierung
- Aussterbende Berufe
- Schmuckmetropole Pforzheim
- Unternehmerpersönlichkeiten
- Spezialtechniken
- Jugendstilschmuck in der Rekonstruktion
In der Ausstellung sind alle 41 Einzelbeiträge an Medienstationen abrufbar.

Als wissenschaftlicher Katalog verstanden, ist die DVD hinsichtlich Umfang, Darstellung und Qualität eine neue und einzigartige Quelle sowohl für interessierte Laien als auch für die Wissenschaft und historische Forschung.
Im Historischen Archiv des Museums wird das gesamte, bereits 180 Stunden umfassende Filmmaterial als authentische Sachquelle archiviert, für die Nachwelt erschlossen und für weitere Forschungszwecke nachhaltig gesichert.

3.) Intergenerative Wissenstradierung:
      Kooperation mit der Hochschule Pforzheim

Unter dem Motto „So wie früher – aber anders“ haben die Hochschule Pforzheim und das Berliner Deutsche Technikmuseum einen fünfjährigen Kooperationsvertrag geschlossen. Neuen Schmuck mit historischen Maschinen-Techniken kreieren: Mit diesem Ziel reisen in den kommenden fünf Jahren Studierende des Studienganges Schmuck und Objekte der Alltagskultur an der Hochschule Pforzheim einmal im Jahr für eine Woche nach Berlin, um sich in der Abteilung „Manufakturelle Schmuckproduktion“ alte Techniken wie Hohlprägen, Pressen oder Guillochieren anzueignen. Unterstützt werden sie von der Leiterin der Abteilung, Dr. Gabriele Wohlauf, und ihrem Mitarbeiter Manfred Schweiss sowie von Mitgliedern der „Arbeitsgruppe Schmuck verbindet”. Diese „altgedienten“ und erfahrenen Pforzheimer Spezialisten geben ihr – oft geheim gehaltenes - handwerkliches, technisches und künstlerisches Können und Erfahrungswissen als Dozenten in Berlin und Pforzheim an die kommende Generation der Schmuckgestalter und –designer und der Gold- und Silberschmiede weiter und tragen durch die personale und lebendige Vermittlung zur Enträtselung, Bewahrung und Tradierung alter Verfahrenstechniken bei.Die Fahrt- und Unterbringungskosten der Dozenten übernimmt dankenswerter Weise die Pforzheimer Firma C. Hafner GmbH.