Renaissance der Windenergie von 1980 bis heute
Prof. Dr.-Ing. Robert Gasch, Technische Universität Berlin
Schon in den 80er Jahren begann Prof. Gasch an der TU mit der Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Windenergie. Seine damaligen Mitarbeiter gründeten Firmen und arbeiten heute in leitenden Positionen der Branche.
Die Renaissance der Windenergie begann 1980 mit einem gewaltigen Fehlschlag. Die von der Luft- und Raumfahrtindustrie mit staatlicher Finanzierung entwickelten Großanlagen von 80 bis 100 m Rotordurchmesser (bis 3000 kW) in USA, Kanada, Deutschland und Schweden wurden nie in Serienanlagen umgesetzt.
BARD Offshore 1, Windpark in der Nordsee
Es waren kleine, robuste Windkraftanlagen (D = 12 bis 15 m, 30 bis 50 kW), die in jenen Jahren das Feld eroberten. Sie wurden in Dänemark und Kalifornien in Kleinserien hergestellt. Nach stetigem Wachstum weisen einige dieser damaligen "Manufakturen" heute Betriebsgrößen von bis zu 10000 Mitarbeitern auf. Die von ihnen gefertigten Windkraft-Anlagen haben Rotordurchmesser bis zu 130 m und jede von ihnen kann ganze Stadtteile mit Strom versorgen.
In Deutschland arbeiten in der Windenergie-Branche mittlerweile 90000 Menschen, was ziemlich genau der Zahl der Beschäftigten in der Luft- und Raumfahrtindustrie entspricht.
Der Vortrag zeigt auf, welche politischen (Fehl-)Entscheidungen um 1985 dazu führten, dass die USA die Technologie-Führerschaft in der Wind- und Solartechnik einbüßten und welche politischen Entscheidungen in Deutschland und Europa die Entwicklung der regenerativen Energien vorantrieben – oder auch behinderten. Darüber hinaus werden die wesentlichen Baukonzepte moderner großer Windkraftanlagen kurz skizziert.
| Datum | Zeit | Ort |
|---|---|---|
| Do., 26. Januar 2012 | 17.30 Uhr | Vortragssaal, 4. OG |
Vortragsreihe im Rahmen des Begleitprogramms zur Sonderausstellung WINDSTÄRKEN der Abteilung Energietechnik des Deutschen Technikmuseums (Leitung: Reiner Schipporeit) in Zusammenarbeit mit dem VDI-Arbeitskreis Technikgeschichte (Leitung: Dr.-Ing. Karl-Eugen Kurrer und Dr. phil. Stefan Poser)
