Sklavenwirtschaft
In der Ausstellungsabteilung “Sklavenwirtschaft / Plantagenwirtschaft” wird gezeigt, wie die Bereitstellung des Kolonialzuckers für Europa nur mit Hilfe eines Systems von Unterdrückung und Ausbeutung gewährleistet werden konnte.
Die Unmenschlichkeit, die das System der Sklaverei charakterisierte, wird anhand einer Installation veranschaulicht: Sie erinnert an die in eisernen Fußfesseln gehaltenen afrikanischen Sklaven auf den Plantagen in den europäischen Kolonien in Übersee.
“Keine Sklaven: Kein Zucker. Kein Zucker: Keine Kolonien.” (Aimé Césaire)
Mit dem Zuckerrohr kam auch die Sklaverei nach Amerika. Die Arbeit auf den Plantagen war arbeitsintensiv und kräftezehrend. Die Versuche, die indigene Bevölkerung der Karibik und Mittelamerikas in diese Fronarbeit zu zwingen, scheiterten.
Nachdem die Einheimischen durch die feindlichen Besatzer fast vollständig ausgerottet waren, griffen die Eroberer gegen Ende des 15. Jahrhunderts auf ein bereits bewährtes Modell zurück: Afrikanische Sklaven wurden als Arbeitskräfte in den Kolonien eingesetzt.
Karikatur zum Wortspiel Rohr(-stock) und (Zucker-)Rohr. Lithographie von Ch. Jaquis in der Zeitschrift “La Caricature” o.J.) Der Pflanzer ruft: “Mögen sie reden, wie sie wollen. Nur mit Hilfe des Rohrs kann man Zucker machen!”
Sklaverei bis 1884
Zwischen 1500 und 1850 waren fast alle europäischen Mächte an diesem lukrativen Geschäft mit dem Zucker und der Ware Mensch beteiligt. Heutige Schätzungen gehen davon aus, dass in der gesamten Zeit des afrikanischen Sklavenhandels um die 20 Millionen Afrikaner und Afrikanerinnen aus ihrer Heimat in die Kolonien der “Neuen Welt” verschleppt worden sind.
Die Abschaffung der Sklaverei in den Kolonien konnte endgültig erst 1884 durchgesetzt werden. Die Amerikanische und die Französische Revolution, die Unabhängigkeit Haitis, ökonomische Freihandelsdoktrin und die Entdeckung der Zuckerrübe als heimische Alternative zum Zuckerrohr waren entscheidende Faktoren auf diesem Weg, der fast ein Jahrhundert dauerte.
